Wie bei wohl jedem Freigeist, dessen Leidenschaft irgendwann einmal zur Berufung wird, habe auch ich die Vorboten jenes Wahnsinns bereits in der Kindheit vernommen. Schauergeschichten zogen mich schon immer in den Bann. Damals zählten »Das kleine Gespenst« und »Frau Frisby und die Ratten von NIMH« zu meinen Lieblingsbüchern.
Beim Wandern in der heimischen Fränkischen Schweiz oder in den Bayerischen Alpen hing ich wie gebannt an den Lippen meines Vaters, wenn dieser etwas Schauderhaftes zu einem der besuchten Orte zu erzählen hatte. Seine Worte ließen mich nicht mehr los, sodass ich ihn noch Tage danach mit Fragen und Gedanken löcherte. Auf den Fahrten in den Kindergarten wollte ich immerzu »Night Crawler« von Judas Priest hören. Ich saß im Kindersitz, hatte bunte Schleifen in meinen langen blonden Haaren und träumte von dem schwarzen Biest, das nachts durch die Stadt schleicht, um sich sein nächstes Opfer zu holen.
Monster liebe ich, seit ich mich gruseln kann. Auch wenn es zwischendurch vorkam, dass ich mit pochendem Herzen, schreckensgeweiteten Augen und gespitzten Ohren in meinem Bett lag, weil ich mir sicher war, jeden Moment ein Knurren zu hören oder das Leuchten eines bösartigen Augenpaares in der Dunkelheit zu sehen.